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 Turgenjews Wohnungen
 in Baden-Baden

Die erste feste Bleibe fand Iwan Turgenjew im Haus der Familie Anstett in der späteren Schillerstraße 17.

Georg und Mina Anstett gehörten zwei nebeneinander liegende Grundstücke. Auf dem westlichen befand sich ein Wohnhaus, in welchem die Anstetts auch Saisongäste aufnahmen. Auf dem östlichen hatte Georg Anstett, der sich "Ofenfarikant" nannte, seine Werkstatt errichtet.

1863 logierte Iwan Turgenjew erstmals bei den Anstetts. 1864 kaufte er sich ein Grundstück im Thiergarten an der heutigen Fremersbergstraße und ließ dort eine Villa bauen. Nach dreijähriger Bauzeit war die Villa fertig gestellt und Turgenjew verließ seine Wirtsleute in der Schillerstraße, um in sein prächtiges Eigenheim zu ziehen, das direkt neben dem Anwesen der mit ihm befreundeten
Familie Viardot lag.

Der Pariser Architekt Olive hatte die Villa im Louis-treize-Stil konzipiert. Iwan Turgenjew, der ansonsten recht bescheiden lebte, musste einen beträchtlichen finanziellen Kraftakt leisten, um die Architektenpläne umsetzen lassen zu können. Als er sein kleines Schloss endlich beziehen konnte, hatte er kein Geld mehr, um Möbel zu kaufen.

Die wohlhabenden Viardots übernahmen die Villa und ließen ihn dort mietfrei wohnen.

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 zogen die Viardots wieder nach Paris, wohin ihnen Iwan Turgenjew im Jahr 1872 folgte.


 

 

Villa Turgenjew

Die Villa Turgenjew in der Fremersbergstraße 47 ist dank ihres gegenwärtigen Besitzers in bestem Zustand erhalten, der Öffentlichkeit allerdings nicht zugänglich.

Das Haus Schillerstraße 17 existiert nicht mehr. Das Haus Schillerstraße 17 a, welches 1870 an Stelle der Anstettschen Werkstatt gebaut wurde, ist ebenfalls nicht mehr vorhanden.

Schillerstrße 17a

1990 war das ehemals schmucke zweigeschossige Gebäude im Schweizerhaus-Stil nach langem Gerangel um seine historische Bedeutung dem Abrissbagger zum Opfer gefallen. (RW)

Abb: Archiv WAEPART

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Werther Herr!
Turgenevs deutscher Briefwechsel
Herausgegeben und kommentiert von Peter Urban
336 Seiten, geb. Ausgabe, Verlag Friedenauer Presse

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